Werden die Höhlen im Lonetal nun Weltkulturerbe?

Wer schon einmal die Höhlen in Ach- und Lonetal mit ihrer Eiszeitkunst besucht hat, weiß auch ohne einen offiziellen Titel um ihren kulturellen Wert. Eine Sensation wäre es dennoch, würden diese Fundstätten mit den Pyramiden von Giseh, Stonehenge oder der Inka-Festung Machu Picchu gemeinsam auf einer Liste stehen: der UNESCO-Welterbeliste.


Seit vielen Jahren begeben sich Archäologen in die über Ach- und Lonetal verteilten Höhlen, um dort auf Spurensuche zu gehen. In einigen Fällen wurden sie fündig und trafen so beispielsweise auf Flöten oder Figuren, die heute unter Namen wie „Venus vom Hohlen Fels“ oder „Löwenmensch“ bekannt sind. Dabei ist es jedoch nicht ihre Ästhetik, sondern vor allem das hohe Alter, welches sie zu Sensationsfunden macht.

Die Wiege der Kunst 
Die Instrumente und Kunstwerke, die eiszeitliche Menschen vor rund 40.000 Jahren aus Mammut-Elfenbein herstellten, sind die ältesten bekannten ihrer Art und somit ein wahres Stück Menschheitsgeschichte – von der Sensation bis zum Weltkulturerbe ist es allerdings ein langer Weg.

Der Weg zum Weltkulturerbe

Schon seit über 100 Jahren bringen Archäologen eine Vielzahl von Steinzeitfunden zutage, die anschließend behutsam restauriert werden. Als immer mehr klar wurde, welch hoher kultureller Wert den Entdeckungen tatsächlich innewohnt, wurde 2009 das Welterbeverfahren eingeleitet.
Nach der Ausarbeitung von Anträgen, Begutachtungen durch ein Expertenkomitee der Kultusministerkonferenz sowie zahlreichen Treffen und Informationsveranstaltungen reichten die Verantwortlichen 2016 schließlich den endgültige Antrag ein.
Laut Experten stünden die Chancen auf eine Aufnahme in die Welterbeliste nicht allzu schlecht.

So landeten die ,,Höhlen der ältesten Eiszeitkunst“ bereits auf dem ersten Platz der deutschen Tentativliste. Diese ist die nationale Vorschlagsliste von Stätten, die für das Welterbe nominiert werden sollen.
Letztendlich liegt die Entscheidung jedoch bei der UNESCO und ihrem Welterbekomitee. Letzteres besteht aus 21 Staatenvertretern, welche alle Kontinente und Kulturkreise repräsentieren. Jährlich entscheiden sie über die Aufnahme neuer Welterbestätten, so auch im Juli dieses Jahres. Spätestens dann wird klar, ob die „Höhlen der Eiszeitkunst“ das begehrte Prädikat erhalten oder (noch) nicht.

 

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