Wo kommen eigentlich die Störche her?

Allmählich hält der Frühling Einzug – die Temperaturen steigen, die Tage werden länger und  auch die Störche kehren aus ihren Winterquartieren zurück, um in gemäßigteren Klimazonen zu nisten.

Ein Storch in seinem Nest auf dem Schloss Brenz.

Zunächst sollte jedoch differenziert werden: die Störche an sich sind eine Familie der Schreitvögel, welche mit sechs Gattungen und 19 Arten auf allen Kontinenten, außer der Antarktika, verbreitet ist.
Ist in unseren Breiten vom Storch die Rede, meint man meist den sogenannten Weißstorch. Dieser ist im Gegensatz zum Großteil seiner Artgenossen ein ausgesprochener Langstreckenzieher.

So verbringen die meisten der Weißstörche die kalte Jahreszeit in Afrika: hier führt sie ihre Route über den Nahen Osten bis zum Sudan. Von dort aus ziehen sie weiter nach Tansania, manchmal sogar bis nach Südafrika. Immer seltener jedoch wählen die Störche die westliche Afrikaroute, welche über Europa in die Sahelzone zwischen Senegal und Tschad führt: die meisten von ihnen bevorzugen es, nicht weiterzuziehen, sondern stattdessen den Süden Spaniens zum Überwintern zu nutzen. Einige Artgenossen im Brenztal sind dabei besonders gemütlich: da sie aus Zuchtbetrieben stammen, besitzen sie nicht den Drang, in den Süden zu fliegen. So zieht es sie bei sehr frostigem Wetter höchstens bis an den Bodensee.

Nichtsdestotrotz legen einige Populationen jährlich bis zu 20.000 Kilometer zurück, um ihre Winterquartiere zu erreichen und anschließend wieder in ihre gemäßigtere Heimat zum Brüten zurückzukehren. Die alljährliche Rückkehr ist unter anderem ein Grund für die große Beliebtheit, die der Storch hierzulande genießt.

Seine Ankunft wird seit jeher mit dem Frühlingserwachen assoziiert: so wurde er im 17. und 18. Jahrhundert mancherorts mit Trompetenschall begrüßt. Auch weitere Sagen und Mythen, die in dem Storch Glücks- und Kinderbringer sehen, sorgen dafür, dass er noch heute gern gesehener Gast auf den Dächern ist, wie auch rund um die Heidenheimer Brenzregion.

In Sontheim beispielsweise brüten dieses Jahr gleich vier Störche – ein Paar verbringt den Sommer auf dem Schloss Brenz, das andere nistet auf dem Kamin der Gaststätte „Kult“. Ein weiteres Duo hat es sich auf dem Schloss Bächingen gemütlich gemacht und auch auf dem Dach der Dorfkirche Gundelfingen sind in diesem Jahr wieder Störche anzutreffen. Jenes Nest in Gundelfingen wurde bereits im Jahre 1827 erstmals öffentlich erwähnt, sodass die Storche dort eine lange Tradition hegen.
Und auch auf dem Dach des Giengener Rathauses nisten allem Anschein nach alte Bekannte: handelt es sich dabei tatsächlich um Lina und Hans, wie die beiden im letzten Jahr getauft wurden, stünden laut Claudius-Michael Klatt der Stadt Giengen die Chancen auf Nachwuchs gut.

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